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Flashmobs für Europa

Die Junge Europäische Bewegung Berlin will im Europawahljahr besonders aktiv sein und damit zu einer höheren Wahlbeteiligung beitragen. 

Von Kirstin MacLeod

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Schüler bei der SIMEP im Dezember (Quelle: JEB Berlin)

Sie haben Visionen – und gehen trotzdem nicht zum Arzt: die Mitglieder der Jungen Europäischen Bewegung (JEB) Berlin. Vor allem jetzt im Europawahljahr haben sie ganz klare Vorstellungen, wie Europa zukünftig aussehen soll: bürgernah, transparent und demokratisch.

Der Verband gehört zu den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF), die mit mehr als 25.000 Mitgliedern in über 30 Ländern für „die Verbreitung des europäischen Gedankens zuständig sind“, wie JEB-Vorstandsmitglied Felix Brannaschk erklärt. Berlin-Brandenburg ist einer von 14 deutschen Landesverbänden. Die JEB ist zwar vornehmlich ein „Jugendverband“, die Mitglieder setzen sich trotzdem auch mit ernsten politischen Fragen auseinander. „Im vergangenen Jahr haben wir eine Arbeitsgruppe Wirtschaft ins Leben gerufen, in der wir uns vor allem mit der Rolle der EZB beschäftigt haben“, sagt Felix Brannaschk. Wie die meisten anderen Mitglieder ist der 23-jährige Student und engagiert sich ehrenamtlich im Verein. „Unser Hauptziel ist, dass Jugendliche und junge Erwachsene mehr von Europa mitbekommen.“ Gerade jetzt im Jahr der Europawahl sei das natürlich besonders wichtig. Die JEB plant verschiedene Kampagnen: von Postkarten- und Facebook-Aktionen bis hin zu Flashmobs „wird es 2014 alles geben“.

Offiziell startet die JEB erst am 25. Januar ins Europawahljahr. Der etwas verspätete Start hängt damit zusammen, dass die Bewegung noch ihre größte und aufwändigste Veranstaltung abschließen musste: die „Simulation Europäisches Parlament“, kurz SIMEP, die die JEB zweimal zum Ende jedes Jahres in Kooperation mit dem Bundestag und dem Berliner Abgeordnetenhaus veranstaltet. „Bei der SIMEP geben wir etwa 200 Schülern die Möglichkeit, die politischen Prozesse im Europäischen Parlament nicht nur kennenzulernen, sondern zwei Tage lang selbst mitzugestalten“, so Brannaschk. Die Ergebnisse der Schülerdebatten leitet die JEB nach der Veranstaltung direkt an das Europäische Parlament weiter.

Für die kommende Europawahl wünscht sich Felix Brannaschk, „dass das Ganze politischer  und europäischer wird“. Nationale Themen sollten dabei  in den Hintergrund treten, sonst werde der Sinn der Wahl, nämlich die Beteiligung der Bürger an Europa, verfehlt. Den Aktiven der JEB ist klar, dass bei der Mobilisierung für die Wahl noch einiges getan werden kann und muss. „Eine Wahlbeteiligung von über 60 Prozent würde ich mir für dieses Jahr wünschen. Das ist ja prozentual gesehen auch gar nicht mal so viel“, sagt Brannaschk. Der Wunsch ist dennoch optimistisch, wenn man an die Wahlbeteiligung bei der Europawahl 2009 zurückdenkt. Sie betrug in Deutschland nur 43,3 Prozent und lag damit sogar noch knapp über dem EU-Durchschnitt. (Quelle: http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/europawahl/60470/wahlbeteiligung-2009).

Die Meinung zu noch direkteren politischen Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger, wie z.B. einer direkten Wahl des EU-Kommissionspräsidenten, ist innerhalb der JEB gespalten und gilt auch nicht als zentrales Anliegen. Viel entscheidender sei, so Felix Brannaschk, dass das Europaparlament noch mehr Kompetenzen zugesprochen bekomme, um noch mehr in der europäischen Politik mitbestimmen zu können. Dass dies zu Lasten der souveränen Kompetenzen der Mitgliedstaaten ginge, nimmt er gerne in Kauf.

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