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UK Independence Party spaltet Großbritannien

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Parteivorsitzender Nigel Farage polarisiert
(Foto: Euro Realist)

Die Euro-Skeptiker von UKIP können nach aktuellen Umfragen 18 Prozent der Briten hinter sich vereinen. Ihre Kritiker werfen der Partei verdeckten Rassismus vor – suchen aber noch nach der richtigen Strategie. 

Von Luisa Jacobs

Ihr Wahrzeichen ist ein lilafarbenes Pfund-Symbol auf gelbem Grund. Die Abkürzung für UK Independence Party „UKIP“ prangt als Mittelstreifen über dem Geldsymbol. Das Emblem der Partei ist so knallig wie das Logo von IKEA und ihre Botschaft nicht weniger deutlich: Es geht (auch) ums Geld. Und Geld sparen die Briten, UKIP zufolge, am besten, wenn sie aus der Europäischen Union austreten. Immer mehr Briten unterstützen diese Idee.

Während UKIP bei den vergangenen Unterhauswahlen 2010 mit 3% noch in der Bedeutungslosigkeit dümpelte, freuen sich die Euro-Skeptiker bei aktuellen Umfragen schon über 18%. Bei den Lokalwahlen im Mai hat UKIP glatt ein Viertel aller Stimmen gewonnen und ist damit im Vereinigten Königreich so stark wie schon lange keine neue Partei mehr.

Weg mit der vereinheitlichten Mehrwertsteuer nach EU-Richtlinien, Einwanderungsstopp für die nächsten fünf Jahre und runter mit den Studiengebühren: UKIP macht klare Ansagen und stellt für die Parteien der Mitte, insbesondere für die Tories, eine ernsthafte Konkurrenz da.

Die nationale und auch die internationale Presse schenken UKIP von Tag zu Tag mehr Aufmerksamkeit. Permanent sorgt die Partei um ihren Vorsitzenden Nigel Farage für Schlagzeilen.

Nicht selten sind gerade Farages Gegner dafür verantwortlich, dass seine Partei es in die Medien schafft. Zum Beispiel dann, wenn Demonstranten ihn mit Flaschen bewerfen oder er nach einer Pressekonferenz aus Sicherheitsgründen für mehrere Stunden in einem Pub ausharren muss.

Ausgerechnet die Politiker der Tories, für die die UKIP die größte Gefahr darstellt, wollen die Partei an ihrer rechten Seite noch nicht ganz ernst nehmen. Als einen „Haufen Clowns“ bezeichnete der konservative Politiker Ken Clarke UKIP noch wenige Tage vor den Lokalwahlen. Die abfälligen Kommentare taten dem Wahlergebnis von UKIP keinen Abbruch. Doch was genau macht UKIP für so viele – insbesondere junge – Wähler so attraktiv?

Rob Comley ist 20 Jahre alt und seit Anfang dieses Jahres Vorsitzender von „Young Independence“, der UKIP Jugendorganisation. Im Interview erklärt der Jungpolitiker, was seine Partei ausmacht und warum die EU schlecht für Großbritannien ist.

Was für die einen die Lösung der Misere darstellt, ist für die anderen das Problem. Viele UKIP-Kritiker sehen hinter deren euroskeptischer Haltung einen kaum verdeckten Rassismus, der durch die neue Partei gesellschaftsfähig wird.

Während die Konservativen besorgt zuschauen, wie ihnen die Wähler weglaufen, hat sich im linken Lager bisher noch keine ernstzunehmende Gegenbewegung gebildet. Dabei mangelt es den Kritikern nicht an Einsichten. Kate Hurford studiert in London Englische Literatur und der Kampf gegen Rassismus ist ihr eine Herzensangelegenheit.

An ihrer Hochschule ist sie die offizielle Vertreterin schwarzer Minderheiten und organisiert seit diesem Jahr regelmäßig universitäre Diskussionsrunden. Beim letzten Treffen wurden die UKIP und die Krise der Konservativen diskutiert. Außer ihr interessierten sich aber nur fünf andere Studenten für das Thema.

Im Gespräch analysiert sie für uns die Ursachen des großen Erfolgs der UKIP und erklärt, welche Rolle die Medien dabei spielen.

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