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Wo die Erde niemals still steht

Bild: US Geological Survey

Zwei Monate nach dem verheerenden Erdbeben in Italien kam es gestern erneut zu Erschütterungen im Land. Das Beben der Stäke 5,9 -das sein Zentrum südlich von Perugia hatte- spürte man selbst noch in Rom und Florenz. Solche Naturlaunen sind für Italien allerdings kein neues Phänomen. Erdbeben sind hier schon immer eine große Gefahr gewesen. Johanna Gremme hat gestern selbst gespürt, wie die Erde in Florenz vibriert hat. Nun hat sie die einschneidensten Ereignisse des vergangenen Jahrunderts in einer Karte visualisiert.

Bei dem letzten schweren Beben von Amatrice und Accumoli Ende August kamen 297 Personen ums Leben. Das ist eine traurige Realität, die in Italien schon fast zum Alltag gehört. Eine interaktive Landkarte zeigt die stärksten Beben seit 1915.

Italien ist das am meisten von Erdbeben betroffene Land in ganz Europa. Schuld daran ist die Plattentektonik: Italien ist gewissermaßen eine „Knautschzone“ mehrerer tektonischer Platten. Dabei steht das Land von allen Seiten unter Spannung. Von Süden her schiebt sich die afrikanische Platte nach oben, unter die eurasische Platte. Im Westen öffnet sich das Tyrrhenische Meer immer weiter und drückt das Adriatische Meer im Osten zusammen. Die Adriatische Platte schiebt sich allerdings ihrerseits westwärts-  und einige Mikroplatten sorgen noch zusätzlich für weitere Spannungen.

Seit dem Jahr 1005 kann das Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia (INGV) 88 Beben mit einer Magnitude größer als 6 auf der Richterskala zurückverfolgen. Die statistischen Daten reichen bisher erst bis 2014, die jüngsten Erdbeben vom August 2016 sind also in diese Zählung noch nicht eingeschlossen. Zum Vergleich: In Deutschland sind es für den gleichen Zeitraum nur sechs Beben.

Die folgende Karte verzeichnet die stärksten Erdbeben Italiens im letzten Jahrhundert und gibt so einen Überblick über die Gefahrenzonen. Hintergrundinformationen zu den einzelnen Beben finden Sie mit Klick auf die jeweilige Stadt. Die Daten sind mithilfe von Erdbebendatenbanken des INGV zusammengetragen worden.

   

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